Diese Sache mit der Selbstliebe

Mr. X: „Ich muss auch mal ich selbst sein und nicht immer in Beziehung sein.“
Pueppi134: „Behalt dir das Du-selbst-sein bei. Sonst ist jede Beziehung vertan.“

Klugscheißer. Also ich.
Kein Wunder, dass der Typ auf Abstand gegangen ist. na gut, zu 100% koscher war der jetzt auch nicht, aber hey – unsere Gemeinsamkeiten waren es schließlich die uns einander näher brachten.
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer! Du lernst jemanden kennen, ihr mögt euch, glaubt ihr seid bei der Geburt getrennt worden, trefft euch… und lebt (als platonische Millennial-BFFs) glücklich bis an euer… Denkste.
Was sich nämlich jetzt einschaltet ist dein Hippocampus (Teil des Großhirns bei Säugetieren und beim Menschen). Der weiß nämlich noch ganz genau, dass du Mr. X schon mal irgendwann mochtest, Mr. X dich schon mal irgendwann mochte und dass selbiger Mr. X dann aber ziemlich blöd zu dir war, was du dann wiederum nicht mehr so mochtest. Dein Hippocampus hat übrigens auch abgespeichert, wie sich das Ganze für dich angefühlt hat. Und zwar assoziiert.
Ha! Jetzt kommst du.

Ich darf es vorweg: Spätestens beim zweiten Treffen liegen deine inneren Moll-Stimmen im dreistelligen Dezibel-Bereich.
Du magst den Typen. Sein Umfeld ist cool und überhaupt vertritt er coole Werte. Mit dem möchtest du befreundet sein. Aber will der auch mit dir befreundet sein? Du müsstest halt schon auch cool sein. Und witzig. Und lässig. Quasi unverkrampft. Das hat a damals auch schon so gut geklappt. Nicht. Wobei er damals vielleicht auch ein anderer Mensch war. So wie du ja wahrscheinlich auch. Oder?
Ihr schreibt ziemlich regelmäßig. Nichts wildes, aber es tut gut. Solange ihr Kontakt habt bist du quasi im Game. Platonisch versteht sich.

„…Denn ich hab‘ Angst,
dass ich was Dummes sag‘,
das dir nicht gefällt
Solltest du mich finden, will
ich nix sagen
Nur ein dummer Satz
würde dich gleich verjagen
Dann wärst du nicht mehr
verliebt in mich
Dann wärst du nicht mehr
verliebt…“


Antilopen Gang

Jetzt bloß nichts Falsches antworten! Vielleicht auch nicht ständig direkt nach zwei Sekunden. Der denkt noch du willst mehr. Sagt er tatsächlich auch irgendwann. Pfff… Idiot.
Ein Freund willst du sein. Na a und eben einen dazugewinnen. Schließlich sollte es mehr Menschen wie dich geben. #notyourwords
Vielleicht musst du einfach wieder ein paar Gemeinsamkeiten hervorheben. Am Anfang waren von denen schließlich zu Hauf da. Blöd nur, wenn Mr. X davon so gar nichts mehr wissen will. Nun denn.

Silencio

Schon seltsam wie unerträglich laut Stille daherkommen kann. Von wegen „Bässe massieren eure Seele.“ Ein Tremolo rotierender Gedanken. Die reinste Kakophonien-Komposition. Danke Peter.

„I think I need help
‚Cause I’m drowning in
myself
It’s sinking in
I can’t pretend that I ain’t
been through hell
I think I need help
I’m drowning in myself“

Papa Roach

So langsam hast du die Faxen dicke. Du fragst dich, wo bei der ganzen Chose eigentlich du geblieben bist? Sein wir mal ehrlich, bisher hast du vor allem eins aus der Sache mitgenommen: Selbstzweifel. Auf jeden Fall weißt du jetzt, was du alles nicht kannst. Bestandsaufnahme: Check.
Und da die vermeintlichen Gemeinsamkeiten, wie du jetzt weißt, auch eigentlich gar keine sind, kannst du getrost wieder dein eigenes Bühnenspiel feiern. Klingt plausibel. Für dein Ego allemal förderlich.
Zeit die Selbstzweifel zu zerschlagen!
Joggen konntest du noch nie? Schnapp dir dir Kopfhörer und ab in die Laufschuhe!
Du warst immer zu ungeduldig fürs Gitarrenspielen? Die Welt braucht mehr Leadgitarristinnen!
Für Französisch hat es in der Schule nicht gereicht? Versuch’s mit Spanisch!
Es war nie einfacher sich selbst wahrzumachen. Und darauf kommt es in einer guten Beziehung schließlich an oder?

„Ich muss auch mal ich selbst sein und nicht immer in Beziehung sein.“ …aber wenn, warum dann eigentlich nicht mit mir selbst?

XOXO, Pueppi134

Weil Du es Dir wert bist

Happy New Year, Happy New Me!

Nur zwei bis drei Kalenderblätter entfernt ist 2019 im Grunde bereits Geschichte. Die besinnliche Zeit ist passé und damit auch die Tage der präsilvesterlichen Selbstreflektion. Die ist wichtig, wenn Du vorankommen möchtest. Erstes Gebot: „Zufriedenheit bedeutet Stillstand!“. Zeit also in die Umsetzung zu kommen. Ein Hoch auf die Persönlichkeitsentwicklung! 2020 wird DEIN Jahr!

Bei all dem Enthusiasmus stellst Du dir über kurz oder lang folgende Frage: Bin ich eigentlich genug? – Du mein/e Liebe/r bist (für schlappe 99,-€ Spitzen-Rabatt-Preis) ein (verdammtes) Geschenk für die Welt! So oder so ähnlich startest Du nämlich Deine ganz eigene Heldenreise, mit direktem Steuer auf den Strudel der persönlichen Optimierung.

Ein Strudel ist ein Wirbel oder eine Stelle, an der sich das Wasser oder eine andere Flüssigkeit in einer kreis- oder spiralförmigen Bewegung nach unten bewegt, wobei sich in der Mitte eine trichterförmige Vertiefung bilden kann. Norddeutsch wird ein Strudel mit starker Gegenströmung auch eine Neer genannt. (Quelle: Wikipedia.org)

Eine Neer aus übermotivierten Menschen, die sich fortwährend befleißigen die beste, aber wirklich allerbeste (!) Version ihrer selbst zu sein. Und Du mittendrin.  Gut, dass es große Hallen gibt. Da können sich Gleichgesinnte treffen und gemeinsam bei Discobeleuchtung springen und klatschen. Um 11Uhr vormittags. Das macht man so, wenn man zufrieden ist, mit sich und der Welt. Grade so zufrieden zumindest, um nicht stillzustehen.

„…Jeder einzelne von euch könnte jetzt auch da draußen in der Sonne baden… Aber DU hast Dich für DICH entschieden…!“ …und für zu dicht gedrängte Körper… und verschwitzte Gruppenumarmungen.

Free Hugs im Eingangsbereich sind nichts für Dich? Halb so wild, Du bist vielleicht noch nicht soweit. Spätestens zum überteuerten Mittags-Catering steht Dein Herz offen. Zum Kaffee erfährst Du die exorbitante Kraft des 4-minütigen Augenkontakts mit einem absolut Fremden und das tosende Finale bilden drei Dutzend Wasserbälle und ein übersteuerter Shakira-Song, zu dem Du dein inneres Kind mal so richtig von der Leine lassen kannst. Mit dem hast Du dich jetzt nämlich connected. Bis Montagvormittag.

Zum Glück wir Du vorgewarnt, dass da draußen lauter Entwicklungsresistente warten, die sich an Deinem Scheitern laben. Jetzt wo Du voller Euphorie bist und Dir die Welt offen steht. Dass das aber auch keiner versteht. Also aus deinem Umfeld. Vielleicht gehst Du einfach zu noch einem Event. Schließlich bist Du der Durchschnitt der fünf Menschen mit denen Du dich umgibst …und da sind mindestens 800. Im Gleichklang klatscht es sich auch schöner.

Klingt zynisch? Zynisch ist, wenn Du dich fragst, warum Du 17 Veranstaltungen und 7.268,-€ später immer noch in Reihe drei, Gang B stehst und in der Pause grinsend Visitenkarten mit Menschen tauschst, die Du aller Wahrscheinlichkeit nach nie wieder siehst. Wenn Du realisierst, dass es nicht die „Diamanten“ und schon gar nicht die „Superstars“ sind, die im Pulk dem über-bezahlten Animateur huldigen. Wenn Du siehst wie ein Freund neben Dir, genau dieser Erkenntnis wegen, in Tränen ausbricht. Das ist zynisch.

In der Welt da draußen warten abertausende Abenteuer darauf gelebt zu werden und mit jeder Minute in einer dieser Hallen stirbt irgendwo ein kleines Stück (ungelebte) Geschichte. Discobeleuchtung hin oder her, Ängste werden nicht in großen Hallen besiegt. Schieb die Ärmel hoch und nimm dein Leben in die Hand! Schreib Deinen eigenen Soundtrack! Und wenn das bedeutet mit Freunden „da draußen in der Sonne (zu) baden… Aber DU hast Dich für DICH entschieden.“