Es war einmal …

„Irgendwie geht’s mir gut
Und wir schaffen das schon
Weil ich’s nur so kenn‘
Zwischen Morgen und Moment
Frag mich wie’s mir geht
Ich sag‘ okay, okay“

Randale & Hurra; Querbeat

Ist Dir der Ausdruck „Floskel“ ein Begriff? Laut Duden bedeutet das Wort so viel wie „nichtssagende Redensart; formelhafte, leere Redewendung“.

Nach den oben geschriebenen Songzeilen kannst Du Dir vielleicht schon denken welche Floskel zu denen für mich mit am nervenaufreibendsten gehört. So flapsig wie wir gefragt werden „Wie geht’s?“ so lapidar antworten wir „Okay.“. Das machen wir regelmäßig, mehrfach am Tag und mit stetig wachsender Permanenz.

Jetzt denkst Du vielleicht ich lasse mich auf den folgenden Zeilen darüber aus, wie schlimm die sozialgesellschaftliche Entwicklung dahingehend fortgeschritten ist, dass die Leute nur noch fragen, ohne letzten Endes wirklich an der Antwort interessiert zu sein. Darüber bin ich hinaus. Etwas anderes bereitet mir an dieser Stelle viel mehr Kopfzerbrechen:

Wie oft schon hast Du, ohne darüber nachzudenken, mit „Okay.“ geantwortet?

Wann hast Du das letzte Mal in die wirkliche Antwort reingespürt?

Und woher weißt Du eigentlich noch wie’s Dir geht?

Wir sind so beschäftigt damit unser alltägliches Leben am Laufen zu halten und die uns zur Verfügung stehende Zeit effizient zu nutzen, dass wahre Befindlichkeiten oftmals gar keinen Platz mehr zwischen Pflichten, Socialising und Selbstverwirklichung finden.

Wir konditionieren uns im Außen so sehr auf das „Okay.“, dass unser Inneres zwangsläufig davon überzeugt wird. Ganz automatisch. Schließlich muss es so sein.

Nicht nur dass wir vergessen wahrheitsgemäß zu antworten, wir verlernen darüber hinaus uns selbst aufrichtig zu (hinter-)fragen.

Um über Deine aktuelle Situation, Deine Begrenzungen, Deine Box hinauszuwachsen ist es wichtig Dir ihrer bewusst zu sein.

Manchmal werden uns Dinge erst richtig klar, wenn wir sie schwarz auf weiß vor uns sehen.

Die folgenden Zeilen sind von mir, für Dich. Tu es mir gleich: Erzähl mir Deine Geschichte. Wie siehst Du deine aktuelle Situation? Was flüstern Dir Deine inneren Stimmen und vor allem: Wie geht’s Dir (damit)?

Vielleicht liest Du Dir Deine Worte anschließend noch einmal im Geiste vor, vielleicht sprichst Du sie noch einmal laut für Dich aus. Wofür immer Du Dich entscheidest – (Ich) Höre Dir zu.

Es war einmal…

Ich habe geliebt. Über 12 Jahre. Exzessiv und mit allem was ich hatte.

Dieser eine Mensch, er war bei mir und hat mir all seinen Glauben geschenkt. Wenn ich traurig war, hat er mir ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. Wenn ich Angst hatte, hat er mir Mut zugesprochen. Wenn ich allein war, stand er mir zu Seite.

Der Mensch, der Dinge in mir gesehen hat, die ich selbst nicht vermochte zu erkennen. Wir erlebten zusammen die schönsten Momente und ließen gemeinsam das Unmögliche geschehen.

Das Lachen in seinen Augen bedeutete mir die Welt und sein grenzenloser Optimismus zündete Feuerwerke in den dunkelsten Stellen meiner Seele. Funken die in meinem Herzen loderndes Feuer entfachten. Wärme, die bis in die letzte Zelle meines Körpers vordrang und meine Synapsen tanzen ließ. Er war mein Peter Pan. Immer in der Gewissheit „Ich bin nicht allein.“.

Ein bisschen war es wie Laufen lernen. Ich war sooo schüchtern. Vom Boden aus träumte ich davon durchs Leben zu spazieren. Meine naiven Fantasien brachten mich immerhin zum Krabbeln – zumindest solange bis jemand zusah.

Irgendwann stand er plötzlich vor mir, breit grinsend über beide Ohren und reichte mir, ganz selbstverständlich, seine Hand.

Während er durchs Leben wippte, tastete ich mich Schritt für Schritt vor, um immer mal wieder das Gleichgewicht zu verlieren. Das war gut. Nach und nach lernte ich zu balancieren und das nicht jedes Straucheln auch den Fall bedeutete. Immer in der Gewissheit „Ich bin nicht allein.“.

Mit der Zeit wurden meine Bewegungen flüssiger und mein Abenteuersinn geweckt. Ich hopste über Steine und drehte Pirouetten, erst eine, dann immer mehr. Bis dass mir schwindelig wurde und ich seine Hand ergriff. Immer in der Gewissheit „Ich bin nicht allein.“.

Ich atmete tief durch, nahm all meine Kraft zusammen und irgendwann rannte ich los, einfach drauf los. Den Wind im Gesicht und die Sonne auf der Haut, bis mir die Beine brannten. Ich lachte, warf meine Haare im Wind und drehte mich freudestrahlend zu Dir zurück. Unvermittelt gaben meine Füße nach.

Du warst nicht mehr da.

Ich knickte um und brach zusammen. Hilflos. Verunsichert. Verloren. In der Gewissheit „Ich bin allein.“.

Seitdem liege ich hier und weiß nicht, wie es weitergehen soll, wie ich weitergehen soll. Das Feuerwerk ist der Dunkelheit gewichen, das Lachen verstummt und die Gedanken gelähmt.

Dieser eine Mensch, er war bei mir und hat mir all seinen Glauben geschenkt. Wenn ich traurig war, hat er mir ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. Wenn ich Angst hatte, hat er mir Mut zugesprochen. Wenn ich allein war, stand er mir zur Seite.

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