Ich hab da so ein Gefühl …

Zunächst mal – Herzlichen Glückwunsch!

Jetzt mal ernsthaft, die Tatsache, dass Du Gefühle empfindest bedeutet immerhin schon mal, dass Du lebst. Und hey, darauf lässt sich doch schon mal ziemlich gut aufbauen oder was meinst Du?

Im letzten Post (https://rummelimkopf.com/2021/03/23/es-war-einmal/) habe ich Dir verraten wie es mir geht, was mich beschäftigt und was das mit mir macht. Vielleicht hast Du das Gleiche für Dich getan. In diesem Fall: Danke für Deine Offenheit! Im nächsten Schritt kommen wir der Sache noch ein ganzes Stück weiter auf die Spur.

Falls Du Dir Deine Zeilen noch nicht weiter angesehen hast oder ein bisschen Zeit, seitdem Du sie geschrieben hast, vergangen ist, mach es Dir gemütlich, kuschle Dich ein, nimm Dir eine Tasse Tee oder was immer Du brauchst, um Dich rundum wohlzufühlen. Genau jetzt ist der richtige Moment sie Dir noch einmal vor Augen zu führen und in Dich hineinzufühlen.

Wenn Du Deine Geschichte gelesen hast, Wort für Wort, was macht das mit Dir?

Schließ gern auch einmal Deine Augen, atme tief ein und aus und entspanne Dich dabei mehr und mehr. Denk zurück an Deine Situation, begib Dich mental in den Moment und nimm mit jedem Atemzug wahr was in Dir vorgeht.

Wenn es Dir leichter fällt, stell Dir vor wie Du Dich selbst beobachtest und betrachte die Situation in aller Ruhe von außen, immer in dem Bewusstsein völliger Sicherheit, dass Du liegst oder sitzt wo Du dich wohlfühlst, wo es Dir gut geht und dass Du jederzeit Deine Augen öffnen kannst.

Nimm Dich und Deine Umgebung mit all Deinen Sinnen wahr. Auch ich habe mir das zur Aufgabe gemacht, meine Situation noch einmal aus allen Blickwinkeln betrachtet und mich mit all meinen Emotionen auseinandergesetzt. Welche Emotionen das waren, will ich Dir hier erzählen:

Wut
Aggression
Unruhe
Liebe
Dankbarkeit
Angst
Hilflosigkeit
Traurigkeit
Einsamkeit
Verzweiflung
Enttäuschung
Stolz
Befreiung
Schwäche
Stärke
Melancholie
Machtlosigkeit
Mut

Mit Emotionen ist das so eine Sache. Wir haben viele davon. Unzählige. Vorausgesetzt wir lassen sie zu. Und jede einzelne von ihnen ist (ein) Teil von uns.

Im NLP (Neuro Linguistisches Programmieren) findest Du das sogenannte Teile-Modell. Dieses Modell lebt von genau dieser Annahme, nämlich dass Du aus mehreren Teilpersönlichkeiten bestehst. Jeder Bestandteil für sich ist großartig und möchte nur das allerbeste für Dich. Problematisch wird es nur dann, wenn die unterschiedlichen Teile miteinander in Konflikt geraten. Alle mit dem Grundgedanken, dass es Dir gut geht, in der jeweiligen Umsetzung oftmals aber sehr unterschiedlich und manchmal sehr konträr agierend.

Um etwas mehr Klarheit in Deine Gefühlswelt zu bringen, setze Dich nun mit jedem Emotionsteil etwas näher auseinander.

Die Aufsplittung Deiner Emotionen ermöglicht es Dir die Ursache hinter dem Symptom ausfindig zu machen und zu verstehen, welche Gefühle wirklich hinter Deinen Emotionen stecken.
Dafür teilst Du sie auf in die vier übergeordneten Grundgefühle: Wut, Traurigkeit, Freude und Angst.

Was Deine Gefühle angeht verhält es sich im Übrigen wie mit den Emotionsteilen. In Konflikt unverantwortlich sind sie in Reinform wiederum der absolute Hammer!

Jetzt fragst Du Dich vielleicht was an Wut, Traurigkeit oder Angst hammermäßig sein soll? Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Fakt ist, in Reinform kannst Du mit Deinen Gefühlen Welten bewegen!

Hier aber noch einmal was passiert, wenn sie sich vermischen. Anhand einer weiteren Grafik möchte ich Dir das Ganze näherbringen:

  1. Wenn Wut und Traurigkeit sich vermischen kann dies beispielsweise in Depressionen münden.
  2. Traurigkeit gepaart mit Angst kann zu Verzweiflung und/oder Einsamkeit führen.
  3. Freude und Angst können in Verbindung Leichtsinn hervorrufen.
  4. Wenn Wut und Freude ihre Wege kreuzen, kann daraus Schadenfreude entstehen.

Die Bandbreite an Gefühlcocktails (und daraus entstehenden Emotionen) ist schier unendlich. Je mehr Gefühle sich miteinander vermischen desto schwieriger lassen sie sich für uns trennen und im Einzelnen betrachten. Überforderung stellt sich ein. Sprachlich bezeichnen wir so etwas oftmals als gefühlte Leere, das alles „irgendwie wirr“ ist oder äußern Sätze wie „Ich kann grad einfach keinen klaren Gedanken fassen.“. Im schlimmsten Fall ist die Folge das, aus dem Arbeitskontext bekannte, Burnout bzw. der psychologische Zusammenbruch.

Genau deshalb ist es so wichtig, dass Du Dir Deiner Gefühle bewusst bist und verantwortungsvoll mit ihnen haushaltest.
Dafür solltest du die einzelnen Gefühle aber für Dich erstmal definieren.

Ich möchte Dir an dieser Stelle erzählen, wie ich das im Bezug auf meine Situation gemacht habe:

In mir tobt ein Sturm! Wenn Liebe so laut ist, dass am Ende nur noch Taubheit bleibt…


WUT – auf Dich

Du bist einfach weggegangen! Du hast mich allein zurückgelassen! Ich bin Dir egal! Wir sind Dir egal! Du bist so egoistisch! Die ganze Zeit über war ich für Dich da, damit wir sein können! Ich hab einfach alles getan! Habe so sehr gekämpft! Ich hab alles in meiner Macht stehende getan, damit es Dir gut geht, damit Du glücklich sein kannst, damit WIR (wieder) glücklich sein können!


WUT – auf mich

Wieso hab ich mir selbst so lange nicht zugehört? Weshalb war ich mir selbst nicht wichtig genug? Wieso konnte ich Dich nicht retten? Wieso konnte ich nicht der Schlüssel zu Deinem Glück sein? Und warum war ich so lange unfähig, dass zu erkennen? Wieso nur hab ich mir selbst dieses Glück nicht gegönnt?


TRAURIGKEIT

Mein Herz weint. Ich bin so unendlich traurig und weiß nicht wohin mit all meinen Tränen. Ich bin traurig darüber meinen besten Freund zu verlieren, meinen Mann, meinen Seelenpartner. Ich bin traurig Dich vielleicht nie wiederzusehen und traurig über die Angst es vielleicht doch zu tun.

Ich traure darum nicht Dein Glück zu bedeuten, um all die wunderbaren Momente und ich trauere um uns. Das was wir waren, das was wir sind und was wir immer sein wollten. Ich trauere darum, dass ich Dich liebe, darum dass Du mich liebst und dass Liebe, egal wie stark sie auch sein mag, manchmal einfach nicht reicht.


ANGST – um Dich

Mein Geist ist starr vor Angst. Wirst Du Dein Glück finden? Entscheidest Du Dich für das Leben? Bist Du stark genug, um gegen Deine Dämonen anzukämpfen?

Ich weiß nicht wie es Dir geht und ich hab Angst davor es zu erfahren.

Wer zeigt Dir jetzt wie viel Schönheit in den kleinsten Dingen steckt? Was wenn Du sie selbst nicht erkennen kannst? Ich hab Angst, dass Du Dich allein fühlst, Angst dass Du allein sein beschließt, Angst dass Du niemanden mehr an Dich ranlässt.

Ich hab Angst, dass Du von Leben enttäuscht wirst und ich hab Angst, dass ich dazu beitrage.


ANGST – um mich

Du hast mir so viele Dinge gegeben und mich so viel gelehrt. Ich weiß nicht, ob ich all das ohne Dich schaffe. Was wenn ich alles wieder vergesse? Ich hab solche Angst mich selbst zu vergessen! Und Dich! Was wenn all die Kraft, all mein Leuchten mit Dir verschwindet? Was wenn ich es nie wiederfinde?

Ich hab solche Angst, dass wir nicht glücklich werden und ich hasse mich dafür noch mehr Angst davor zu haben Dich glücklich zu sehen. Mit anzusehen wie Dir all das Gute zu Teil wird, das Du verdienst.


FREUDE

Ich liebe Dich! Ich liebe Dich und mich und alles was wir haben! Ich liebe das Band zwischen uns, jedes Lächeln und jede Träne. Das was wir haben und was wir uns all die Jahre gegeben haben kann ich mit Worten nicht beschreiben. Ich verspüre so viel Dankbarkeit für all die Prüfungen, all die wunderschönen Momente und die unzähligen Erinnerungen, die ich auf ewig im Herzen trage. Für mich ist deutlich geworden, dass Liebe so viel mehr ist als füreinander da zu sein. Sie ist fliegen zu können, dank guter Gedanken, sie ist Lachen, bis das Dir der Bauch wehtut und Sie ist Leben. Lebensfreude. Freude darüber, dass es dem anderen gut geht. Ich freu mich so sehr für Dich, dass Du die Chance nutzt Dein Leben zu leben. Darüber, dass Du die Möglichkeit nutzt Dein Glück zu finden und darauf den schelmischen Blick des fröhlichen unbeschwerten Lausbuben wieder in Deinen Augen aufflammen zusehen.

Außerdem bin ich aufgeregt die Welt mit neuen Augen zu bewundern, mehr meiner Intuition zu lauschen und meinem Bauchgefühl zu folgen. Ich freu mich darauf die Welt zu entdecken, Freundschaften zu knüpfen und einfach zu tun was mir geradewegs in den Kopf kommt.

Ich freu mich, dass wir einander immer haben werden.

Ich freu mich, dass wir Liebe leben!

Ich freu mich so sehr über uns!

Trau Dich ruhig Deine Gefühle etwas näher zu betrachten, höre in Dich hinein und spüre sie so gut es geht nach. Alle Gefühle in Ihrer Gesamtheit sind absolut okay, sie sind in erster Linie einfach nur da.
Erkenne sie als Dir zugehörig an und heiße sie willkommen, dankbar dafür, dass Du so viel empfinden darfst und vor allem in der Gewissheit, dass jedes Gefühl und jede daraus entstehende Emotion etwas Gutes für Dich bewirken möchten.

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